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Wie Algorithmen den Beruf des Controllers verändern werden

Wie verändert die Digitalisierung Berufsbilder? Macht die Automatisierung auf Basis künstlicher Intelligenz in Zukunft selbst Berufe die strategisches planen und Handeln erfordern überflüssig?

Diese Frage wird derzeit oft gestellt. Um Antworten zu finden macht es Sinn auf Berufe zu blicken, die diese Automatisierung bereits vollzogen haben bzw. mitten in diesem Prozess stecken. Die Meteorologie z.B. hat in den letzten 200 Jahren wesentliche Entwicklungen erfahren, die es möglich gemacht haben Wetterphänomene zu messen, Wirkungszusammenhänge zu identifizieren und zu quantifizieren, damit atmosphärische Prozesse zu modellieren und Wetter zu prognostizieren. Dadurch ist es gelungen Wetter zu verstehen und Prognosen modellbasiert automatisiert abzuleiten. Hat dies den Meteorologen überflüssig gemacht? Keineswegs, allerdings hat es das Berufsbild grundlegend verändert. Meteorologen arbeiten stark analytisch, interpretieren den Output modellbasierter Wetterrechnungen und müssen diese aufgrund ihres Wissens und ihrer Erfahrung ggf. anpassen. Sie stellen zudem Mittler zwischen Wettermodellen und der Realität dar indem sie Daten sammeln und integrieren, zu diesem Zweck auch mit anderen Meteorologen kollaborieren und neue Evaluationsmetriken designen, z.B. für High-Impact Events wie Stürme oder Starkregen. Die Arbeit des Meteorologen findet also unterstützt durch modellbasierte Systeme statt, aber immer mit dem Human-in-the-Loop der diese Systeme überwacht und ggf. anpasst.

Sehr ähnlich sieht die Zukunft vieler Berufe aus, in die künstliche Intelligenz Einzug halten wird. Auch die Aufgaben des Controllers werden sich bei wachsender Bedeutung der Datenanalyse verändern. Algorithmen werden den Controller nicht wie von manchen befürchtet ersetzen, jedoch besteht das Potenzial einige der Routineaufgaben zu automatisieren. Sein Wissen über fachliche Prozesse bleibt von essentieller Bedeutung. Der Controller wird weiterhin der Human-in-the-Loop bleiben, der die Aufgaben hat Daten zu sammeln, zu integrieren, Ergebnisse algorithmischer Entscheidungen zu interpretieren, ggf, zu berichtigen und damit Entscheidungen zu treffen. Welche Kenntnisse/Fähigkeiten setzt das zukünftig beim Controller voraus? Die in Zukunft benötigten Kompetenzen lassen sich in Datenkompetenz, Analysekompetenz, Technologieverständnis und Geschäftsverständnis.

Datenkompetenz bezieht sich auf die Kenntnis der vorhandenen Daten sowie die Fähigkeit diese prozess- und bereichsübergreifend zu integrieren um sie für Analysen bereit zu stellen. Analysekompetenz ist die Fähigkeit selber fortgeschrittene Analysen durchzuführen bzw. diesen Prozess steuern und die Ergebnisse interpretieren zu können. Technologieverständnis bedeutet neue technologische Entwicklungen für Datenintegration und Analyse nutzen zu können und Geschäftsverständnis bezieht sich auf Kenntnisse der Möglichkeiten Daten- und analysegetriebener Prozessoptimierung sowie Geschäftsmodelle.

Insbesondere Daten- und Analysekompetenzen sowie Technologieverständnis werden im Kurs „Data & Analytics – Einsatz moderner Analysemethoden im Controlling“ vermittelt. Das Seminar verbindet theoretisches Überblickwissen mit praktischen Übungen anhand konkreter Daten und Anwendungsfälle. Der theoretische Teil gibt einen Überblick zu den folgenden Themen

  • Die Bedeutung von Datenanalyse und Digitalisierung auf die Organisationen, ihre Prozesse und Geschäftsmodelle
  • Für das Controlling relevante Entwicklungen im Bereich Business Intelligence und Business Analytics
  • Anforderungen an das Controlling aus diesen Entwicklungen

Im praktischen Teil werden wesentliche Schritte der Datenaufbereitung, Datenanalyse und Ergebnispräsentation anhand eines praktischen Beispiels mit Hilfe der Analysesoftware KNIME erarbeitet. Dabei liegt der Fokus darauf

  • Analyseprobleme zu formulieren
  • Daten aufzubereiten
  • Muster in Daten zu identifizieren
  • Ergebnisse zu interpretieren.

Weitere Infos rund um den Lehrgang zum Certified Controller finden Sie auf unserer Website.

CFO-Agenda 2019

Zum Start ins neue Jahr zeigt sich die wirtschaftliche Großwetterlage noch von ihrer guten Seite. Getrieben von Afrika, China, Indien und den USA wird die Weltwirtschaft, laut dem Internationalen Währungsfonds 2019, genauso wie 2018, um 3,7 Prozent wachsen. Das Wachstum in Europa wird mit 1,9 Prozent ansatzweise stabil bleiben. Kleinere Tendenzen, dass das Wachstum langsamer wird, könnten jedoch spürbar werden. Auch Österreich hat 2018 seinen konjunkturellen Höhepunkt erreicht.

Ziehen nun bald schwere Wolken auf oder gilt es gar, Schlimmeres zu befürchten?
Crash-ähnliche Befürchtungen hält der IWF für überzogen, gleichzeitig werfen die Risiken in der Weltwirtschaft (Brexit, Handelskriege, unberechenbare Politiker, Verschuldung Italiens etc.) einen Schatten auf die grundsätzlich nicht schlechten Rahmenbedingungen. Eingebettet in diese Entwicklungen verändert die digitale Transformation Wertschöpfungsketten und Unternehmensstrukturen.

Wie können Führungskräfte ihre Unternehmen vor diesem Hintergrund erfolgreich durch 2019 steuern? Diese 8 Punkte werden die CFOs in diesem Jahr besonders beschäftigen:

  • Management von Unsicherheit: Das Management muss sich auf länger anhaltende Unsicherheit in der Weltwirtschaft einstellen. Geopolitische Spannungen, Handelsstreitigkeiten (USA-China), Brexit und Staatskrisen à la Italien erfordern eine verstärkte Kommunikation und zusätzliches Geschick. Literaturtipp: Vieweg, Wolfgang, Management in Komplexität und Unsicherheit, für agile Manager, Springer, 2015.
  • Evergreen: der aktive Wertbeitrag: Die Digitalisierung verändert Unternehmen. Knapp jedes dritte Unternehmen sieht disruptive Kräfte als größtes wirtschaftliches Risiko (EY Capital Confidence Barometer). Wie sind bestehende Geschäftsmodelle weiterzuentwickeln? An welcher Stelle können Übernahmepläne zum Wachstum und zur Absicherung bzw. Verbesserung der strategischen Position beitragen und welche Investments machen angesichts der zunehmenden Unsicherheit Sinn? Führungskräfte der Finanzfunktion haben hier eine besondere Verantwortung für die Unternehmensentwicklung und sollten dazu beitragen, dass die Investmententscheidungen aus strategischer, wert- und risikopolitischer Sicht gesamthaft getroffen werden.
  • Das anspruchsvolle Datenthema: Ob Unternehmen die Chancen der Digitalisierung für sich nutzen können, kommt auf die Datenverfügbarkeit und -verknüpfung an. Unternehmens- und wertschöpfungsübergreifende Daten ermöglichen eine verbreiterte und bessere Steuerung. Die Qualität der Datenorganisation und Daten-Governance entscheidet über die Umsetzbarkeit von Advanced Analytics, die Verwirklichung eines Single Point of Truth oder auch über den erfolgreichen Einsatz von Echtzeitdaten und vieles mehr. Aufgaben wie die Entwicklung eines betriebswirtschaftlichen Datenmodells, das die inhaltliche Struktur vorgibt, werden wichtiger. Außerdem gewinnen folgende Prozesse an Bedeutung: Die Organisation der Datenflüsse, die die modellierten Daten bereitstellen, die Sicherung der materiellen Qualität der Daten, die notwendigen Rollenzuordnungen sowie die Governance- und Weiterentwicklungsprozesse. Außerdem interessant: Controllingprozess – Datenmanagement
  • Die Effizienz der Finanzprozesse: Noch immer ist der Arbeitsalltag in der CFO-Organisation geprägt durch eine Vielzahl manueller Tätigkeiten. Diese resultieren aus Systembrüchen, unterschiedlichen Schnittstellen, redundanten Arbeitsabläufen, einer heterogenen Datenqualität sowie dem Fehlen standardisierter Systemunterstützung. Diese Abläufe führen häufig zu Engpässen. Mit Software Robots können solche Abläufe automatisiert werden. Robotics erzielt den größten Effekt bei transaktionalen Prozessen mittlerer Komplexität. Routineprozesse, die auf klaren Entscheidungsregeln basieren, werden dadurch radikal verschlankt. Das verändert die Organisation maßgeblich. Weiterführender Link: Robotics Process Automation (RPA) – nutzen Sie schon die Potenziale?
  • Die neuen Chancen einer analytischen Unternehmenssteuerung: Machine Learning ist zu einem wichtigen Wettbewerbs- und Wachstumsfaktor geworden. Moderne Analysetechnologien halten Einzug sowohl in Kernprozessen des Geschäfts, als auch in den Controlling- und Finanzprozessen (Reporting, Planung, Forecasting, Konsolidierung, Risikomanagement et al.). Die neuen Ansätze steigern die Qualität der Prozesse und helfen darüber hinaus auch Analysen, Auswertungen und Berichte zu automatisieren. Um die Chancen durch Advanced Analytics nicht zu verpassen, sollte auch die CFO-Organisation Kompetenzen entwickeln und für sich selbst Pilotprojekte festlegen, und dabei die Wirtschaftlichkeit nicht aus den Augen verlieren. Weitere Infos: Vortrag auf der BI & Analytics Tagung: Analytics automatisierte Entscheidung: Sind Sie bereit? (Carsten Bange)
  • Die sich ändernden Rollen und Kompetenzen der CFO-Organisation: Bestehende Profile sind weiterzuentwickeln und neue Aufgabenprofile, Rollen sowie Kompetenzen in die CFO-Organisation zu integrieren. Mit der Veränderung der Rollen ändern sich die Kompetenzen radikal. Zahlreiche CFO-Projekte haben heute einen einseitigen Fokus auf die Automatisierung bzw. Digitalisierung der Prozesse bzw. auf Systeme. Dabei werden Mitarbeiter und ihre Fähigkeiten vielfach ausgeblendet. Hier besteht großer Handlungsbedarf, da eine erfolgreiche digitale Transformation nur auf Basis einer neuen, rollenbasierten Organisation funktioniert. Die Kompetenzlücke gilt es, nicht nur angesichts des sich am Stellenmarkt abzeichnenden Fachkräftemangels, rasch zu schließen. Dazu passt:
    Digitalisierung: Erfinden sich Controller neu? 
  • Der Wandel der eigenen Rolle: Die Anforderungen an die Rolle des CFO verändern sich, auch wenn sie heute noch vielfach in einer klassischen Aufgabenwelt leben. Es sind die CFOs, die als „Chief Future Officer“ die digitale Transformation ermöglichen, vorantreiben und dabei unternehmensweit wirken sollen. Gleichzeitig sind sie es, die ausreichend Realismus in die Diskussion bringen können. Wie CFOs den Change ihrer eigenen Rolle und den ihrer gesamten Organisation gestalten, können Sie hier nachlesen. Literaturtipp: Kotter, John P., Leading Change: Wie Sie Ihr Unternehmen in acht Schritten erfolgreich verändern, Vahlen, 2011

Fazit

Anders als das Wetter kann die CFO-Agenda selbstbestimmt geformt werden, damit sich das Management den Herausforderungen stellen kann, die das Jahr 2019 bringen wird. Getreu dem Motto: „Es gibt kein schlechtes Wetter, nur falsche Kleidung“ liegt es an den Führungskräften, sich und ihr Unternehmen bestmöglich auf die neuen Herausforderungen vorzubereiten. Die Transformation ist schon in vollem Gange und wann, wenn nicht jetzt, können CFOs die eigenen Kompetenzen und die ihrer Mitarbeiter weiterentwickeln, um die Zukunft erfolgreich zu gestalten.

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Digitalisierung: Erfinden sich Controller neu?

Der digitale Transformationsprozess ist nicht mehr aufzuhalten und greift auch auf die Wissensarbeit über: „Die Digitalisierung in all ihren Facetten von Big Data über Robotic Process Automation bis hin zur Künstlichen Intelligenz ist sicher die dominierende Herausforderung und wird es auch noch lange bleiben.“ (Heimo Losbichler im Interview zum 43. Congress der Controller, Controller Magazin).


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