Nachlese: 39. Österreichischer Controllertag

Zahlreiche Fach- und Führungskräfte aus Controlling, Finance und Management trafen sich am 21. & 22. März beim 39. Österreichischen Controllertag. Unter dem Motto WINNING DIGITAL – Controlling zurück auf der Siegerstraße diskutierten Vortragende und Teilnehmer zwei Tage über neue Chancen und aktuelle Entwicklungen im Controlling.


Mirko Waniczek (Geschäftsführer | Contrast EY Management Consulting) und Werner H. Hoffmann (Vorstand Institut für Strategisches Management | WU), die beiden fachlichen Leiter des Controllertags, begrüßten die Gäste und führten durch die Konferenz. „Controlling hat Hochkonjunktur“, verdeutlichte Hoffmann zu Beginn. Denn, wie schon im vergangenen Jahr, erreichte der Controllertag einen Teilnehmerrekord: Knapp 300 Interessierte waren der Einladung des Controller Instituts gefolgt, um nicht nur die Top-Speaker Jörg Hönemann (CFO | Bahlsen), Stefan Schnell (Senior Vice President | BASF) und Reinhard Florey (CFO | OMV) zu hören, sondern auch die Ergebnisse des Controlling-Panels zu erfahren.

Highlights aus dem Controlling-Panel 2018

Mehr als 70 Prozent der befragten Unternehmen beschäftigen sich mit dem Thema Digitalisierung. Im Vergleich zu 2017 wird deutlich, dass der Anteil der Organisationen, die sich nicht mit der digitalen Transformation befassen, verschwindend gering ist. Erstaunlich dabei ist, dass die Streuung über die verschiedenen Branchen, wie auch hinsichtlich der Betriebsgrößen, stark variiert. Wie zu erwarten beschäftigen sich die Branchen Technologie und Medien sowie Automotive und Transport sehr mit dem Thema. Aber auch die Konsumgüter-Industrie ist in Sachen Digitalisierung sehr aktiv. Interessant ist das Ergebnis nach Betriebsgrößen: Neben den Big Playern sind es nämlich die ganz Kleinen, die stark auf Digitalisierung setzen. Noch hat der Mittelstand das Nachsehen. Außerdem: Österreich ist im Vergleich zu Deutschland und der Schweiz der Vorreiter im nationalen Vergleich.

Von Cookies, Pfadfindern und der digitalen Realität

Schon die ersten drei Vorträge des ersten Tages verdeutlichten das diesjährige Motto WINNING DIGIAL. Der ehemalige EY-Berater Jörg Hönemann wechselte vor neun Monaten zum Keksgiganten Bahlsen. Das erfolgreiche Family Business setzt schon seit längerem auf den Einsatz von Predictive Analytics, um den Absatz bei bestimmen Kunden besser vorhersagen zu können. Für Hönemann geht es dabei aber nicht darum, den Menschen zu ersetzen, sondern den Mitarbeitern ein weiteres Tool in die Hand zu geben. Die Winning Aspiration für die Finanzfunktion lautet: „We drive the Bahlsen families performance and compliance towards long term growth and leading profitability“. Dabei sieht er die große Verantwortung im Finanzbereich, als Business Partner des Managements zu agieren.

Auch bei BASF verdeutlicht der digitale Wandel, dass neue Strategien notwendig sind, um in Zukunft erfolgreich zu bleiben. Technologischer Fortschritt, steigende Wachstumsziele sowie eine sich verändernde Organisationsentwicklung führten zur Entstehung eines neuen Zielbilds des Unternehmens. Damit einhergehend wird die Veränderung der Controller-Rolle signifikant. Stefan Schnell verdeutlichte, dass sich bis 2025 das Treffen von Entscheidungen weiter weg vom Menschen, hin zur Maschine entwickeln wird: „Wir gehen davon aus, dass wir in den nächsten Jahren 30 bis 50 Prozent weniger Controller haben werden. Diese müssen jedoch deutlich höher qualifiziert sein.“ Unter dem Leitbild „Controlling 2025“ hat sich die BASF Gedanken darüber gemacht, wie sich die Rolle des Controllers weiterentwickeln müsste. Dadurch wurden vier Prototypen entwickelt: der Business Partner, der Guardian, der Service Expert und der Pathfinder. Wobei sich der Pathfinder um digitale Lösungen, Weiterentwicklung, Trends, Technologie und Methodik kümmert, und darum, diese Themen in der Controlling-Community voranzutreiben.

„Die OMV hat sich in der Digitalisierung einen sehr konzentrierten und integrierten Prozess vorgenommen“, berichtet Reinhard Florey zu Beginn seines Vortrags. Unter dem Schlagwort Finance 4.0 beschreibt er den Weg der OMV zu einer modernen digitalisierten Prozess- und Systemlandschaft für integriertes Wachstum. Das waren die Programmziele:

  1. Durch einen höheren Grad an Standardisierung, Vereinfachung und Automatisierung soll die Effizienz und Leistung der Prozesse gesteigert werden.
  2. Erneuerung der digitalen Kerntechnologie mit dem Ziel, neue Technologien zu entwickeln und gleichzeitig die Stabilität und einen sicheren IT- und Prozessbetreib zu gewährleisten.
  3. Unterstützung des Kulturwandels, der neuen Denkweisen und Förderung der neuen Kompetenzen.
  4. Last but not least: Compliance und Governance müssen in einer neuen, datengesteuerten Welt gewährleistet werden.

Bei den dabei relevanten „core initiatives“ handelt es sich um Process Standardization, Process Automation, S/4 Hana und Digital Procurement.

© Foto Controller Institut | APA | Ludwig Schedl
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Best-Practice-Berichte und Round Table-Gespräche

„Thematisch versuchen wir natürlich, alle Aspekte abzudecken“, erklärte Mirko Waniczek bereits am ersten Tag der Konferenz. Denn an beiden Veranstaltungstagen fanden parallele Foren statt. „Es geht um den innovativen Aspekt: Was gibt es an neuen Technologien und welche konkreten Anwendungsmöglichkeiten im Finanzkontext finden wir?“ Genaues erfuhren die Teilnehmer in Forum C INNOVATION. Das Forum B EXCELLENCE verdeutlichte die Auswirkungen der Digitalisierung auf Controlling-Kernprozesse und zeigte Leading-Practices in diesem Bereich. Forum A IMPACT behandelte organisatorische Rückwirkungen sowie Rollen, Kompetenzen und Skills, die ab sofort erforderlich sind. Außerdem diskutierten unter der Leitung von Rita Niedermayr (Geschäftsführerin | Österreichisches Controller-Institut) Rupert Hasenzagl (Management- und Beratungsforschung Berater und Wirtschaftstrainer | Consulting- und Trainings-Gruppe), Stefan Schnell und Benedikt Schraik (IT-Strategie & Innovationsmanager | Wiener Stadtwerke) über neue Rollen und Kompetenzen. Zeitgleich versammelte Mirko Waniczek Bernhard Oliva (Senior Manager | Ernst & Young Management Consulting), Gabriele Schallegger (Finance Director Uncoated Fine Paper | Mondi Uncoated Fine & Kraftpaper) sowie Clemens Wasner (Founder & CEO | EnliteAI, Obmann | AI Austria – Austrian Society for AI), um einen Blick auf realistische Perspektiven und innovative Technologien in der Finanzfunktion zu werfen. Das Programm der beiden Tage im Detail finden Sie hier.

Get Together – die Controlling Night

Der erste Tag des Controllertags endete mit der beliebten Controlling Night. Rita Niedermayr und Axel Preiss (Managing Partner, Austria Advisory Leader | Ernst & Young Management Consulting) eröffneten gemeinsam das Networking-Event. Nach der Verleihung des „Excellence in Financial Leadership Research“-Awards des CFO-Club Austria für die beste Masterthesis des Masterprogramms „Strategy, Innovation und Management Control“ der WU, betrat Ciro de Luca, seines Zeichens Top Parodist und Dialekt-Sprachkünstler, die Bühne. Gewohnt humorvoll verdeutlichte er in seinem Programm BODY.LANGUAGES.comedy, wie das Augentier Mensch, Emotion via Körpersprache zu Information transformiert. Im Anschluss bot der Abend in angenehmer Atmosphäre die Möglichkeit, sich mit der Controlling- und Finance-Community auszutauschen.

Den Abschluss an Tag zwei bildete das Gespräch von Werner Hoffmann mit Innovationsberater Philipp Depiereux (Gründer und Geschäftsführer | etventure) unter dem Titel „Trial & Error statt Planung & Sicherheit“. Dabei verdeutlichte der Experte, dass nutzerzentriertes Denken im Mittelpunkt jeder Organisation stehen sollte. Seine Herangehensweise? In einer agilen Testphase werden neue Geschäftsfelder ausprobiert. Schmerzpunkte werden identifiziert und zeitgleich Lösungen entwickelt. Mit diesen Daten kann die Kernorganisation neue Wege einschlagen. Das Entscheidende dabei: „Der CEO muss der Treiber sein. Dieser kulturelle Wandel erfordert ein ultra-starkes Management“, weiß Depiereux. Für ihn liegt in diesem Wandel jedoch eine große Chance, die es in Zukunft weiterzuverfolgen gilt.

Am Ende der Konferenz verdeutlichte Mirko Waniczek: „Die Finanzfunktion ist mittlerweile stark von Digitalisierungs- und Technologiethemen durchdrungen, auch wenn nicht immer ganz klar ist, welche Potenziale sie birgt“. Aber genau dabei soll eine Veranstaltung wie der Controllertag unterstützen. Damit verabschiedeten die beiden fachlichen Leiter die Teilnehmer.

Freuen Sie sich schon auf die Jubiläumsveranstaltung. Im Jahr 2020 findet der Controllertag zum 40. Mal statt. Weitere Infos folgen in Kürze.


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