Nachlese: 2. CFOaktuell Update

Um an den Erfolg im vergangenen Jahr anzuknüpfen, veranstaltete das Controller Institut zusammen mit dem Linde Verlag am 8. November das 2. CFOaktuell Update im Austria Trend Parkhotel Schönbrunn. Der Einladung zum Forum für Finanzführungskräfte folgten über 100 Teilnehmer aus Accounting, Finance, Controlling und Tax Management.


Schon im Vorfeld verdeutlichte Rita Niedermayr (Geschäftsführerin | Österreichisches Controller-Institut), dass sich die CFO-Organisation im Jahr 2018 mehr denn je den dynamischen Anforderungen der digitalen Transformation stellen muss. So standen im Fokus der Tagung Themen wie Smart Automation und Advanced Analytics. Für einen 360° Grad-Gesamtüberblick sorgten zusätzlich weitere Spezialisierungen, die dann in parallelen Streams vertieft wurden:

  • 1. Accounting & Financial Reporting
  • 2. Controlling & Finance
  • 3. Tax Management
  • 4. Digitalisierung und Recht

Im Anschluss an die Begrüßung durch Rita NiedermayrStefan Menhofer (Leitung Zeitschriften | Linde Verlag) und Josef Baumüller (Senior Advisor | Controller Institut), sprach Kai Grönke(Partner | Horváth & Partners Management Consultants) über den Aufbruch in die Ära 4.0 – Reengineering des CFO-Bereichs.

 

Willkommen in der digitalen Finanzorganisation

In seinem Vortrag setzte Kai Grönke ein deutliches Zeichen dafür, dass die Digitalisierung im Finanzbereich angekommen ist und, dass sich die gesamte CFO-Organisation in Zukunft stärker verändern wird. Dafür zitierte er unter anderem eine Studie von der University of Oxford (The future of employment), die untersucht hatte, wie wahrscheinlich es ist, dass bestimmte Berufe und Tätigkeiten zukünftig durch Roboter ersetzt werden. Im Bereich Buchhaltung (98 Prozent) und Tax Management (93 Prozent) ist die Wahrscheinlichkeit für eine Automatisierung sehr hoch. Aber auch im Controlling-Bereich rechnen die Studien-Autoren damit, dass 63 Prozent der Tätigkeiten mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz oder Robotics automatisiert werden. Dennoch machte der Experte deutlich: „Es wird weiterhin Aufgaben geben, die von Menschen vorbereitet werden müssen und bei denen der Mensch am Ende die Entscheidung trifft.“ Im Zuge dessen werden, so Grönke, vier wesentliche Trends die digitale Transformation im Finanzbereich formen:

  1. Der Effizienzdruck wird zunehmen: Routineprozesse werden automatisiert und verschlankt (Robotic Prozess Automation, kurz RPA).
  2. Datenverfügbarkeit und -verknüpfung ist das A und O: Unternehmens- und wertschöpfungsübergreifende Daten ermöglichen eine zielgerichtete Steuerung.
  3. Die Unternehmenssteuerung wandelt sich: Die Steuerung verschiebt sich in Richtung proaktiv-prognostizierend (Advanced Analytics).
  4. Neue Kompetenzen werden gefordert: Das Rollen- und Kompetenzbild verschiebt sich weiterhin in Richtung Entscheidungsträger.

„Transaktionale Aufgaben werden in Zukunft automatisiert. Die Business-Partner-Rolle wird gestärkt und die Data Scientist-Rolle wird hinzukommen“, verdeutlichte Grönke.

Latente Steuern, Beteilingungsbewertung & 1 Jahr NaDiVeG

Was tut sich im Accounting & Financial Reporting? Unter der Moderation von Josef Baumüllergab Konrad Fuhrmann (Leiter IFRS Advisory | Deloitte) Einblicke in „Latente Steuern kompakt“. Neben einer Definition zum Thema arbeitete er zudem die Besonderheiten bei IFRS und UGB heraus. Im Anschluss sprach Ewald Aschauer (Universitätsprofessor | JKU Linz) über „Neue Unternehmens- und Beteiligungsbewertung“ und ging dabei auf Debt Beta, die Berücksichtigung des Insolvenzrisikos, die AFRAC-Stellungnahme 24 sowie den Basiszinssatz und die Marktrisikoprämie ein. Josef Baumüller warf ein Schlaglicht auf ein Jahr nichtfinanzielle Berichterstattung (NaDiVeG). Anhand von Beispielen und empirischen Daten verdeutlichte er die Herausforderungen, Problemfelder und Lösungsansätze.

Auf dem Weg zu Digital Finance & Controlling

Der zweite Stream, begleitet von Rita Niedermayr, untersuchte den Ist-Stand der aktuellen Controlling- und Finance-Organisationen in Sachen Digitalisierung. Claus Mitterlehner(International Efficiency Management | Raiffeisen Bank International) erklärte, wie ein internationaler Konzern mithilfe von Smart Automation die eigenen Prozesse zielführend optimieren konnte. Anhand von Beispielen erklärte Mitterlehner wie Robotic Process Automation (RPA), Process Mining und auch Cognitive Automation in der Raiffeisen Bank eingesetzt werden. Daran knüpfte der Vortrag von Brigitte Dampf (Corporate Controlling | BSH Hausgeräte) an. Sie veranschaulichte dabei unter anderem den Prozess, der stattfindet, wenn unterschiedliche Geschäftsmodelle zusammenwachsen und welche Hürden genommen werden müssen, um diese an die Anforderungen der Digitalisierung anzupassen. Peter Schentler und Johannes Scheutz (beide Principal | Horváth & Partners Management Consultants) erklärten einmal mehr, wie Forecastings mithilfe von Predictive Analytics auf ein neues Level gehoben werden können. Außerdem erläuterten sie den Benefit von Real-Time- und Self-Service- Anwendungen im Reporting und wie S/4HANA die Unternehmenssteuerung sinnvoll unterstützen kann. Karsten Oehler (Vice President| pmOne) schloss die Spezialisierung mit seinem Vortrag „Predictive Forecasting pragmatisch“.

Tax Management und Digitalisierung & Recht

Die dritte Spezialisierung drehte sich rund um die Themenfelder Tax und Compliance. Im Vordergrund stand dabei die Verrechnungspreis-Dokumentation, BEPS und das interne Steuerkontrollsystem, das ab 2018 für alle Unternehmen zur bindenden Voraussetzung wird, wenn es zum Einsatz der begleitenden Kontrolle (Horizontal Monitoring) kommt. Dieser Stream wurde von Stefan Menhofer moderiert. Es gab Vorträge von Martin Lagarden (Head of Global Transfer Pricing | Henkel, FTG – Finance Tax Group), Gerhard Steiner (Associate Partner | EY Österreich) und Maria Linzer-Strasser (Partner, Tax Service | EY Österreich).

Gegen Ende schlugen die Vortragenden Jeannette Gorzala (Senior Associate | Pelzmann Gall Rechtsanwälte), Martin Hanzl (Associate | Pelzmann Gall Rechtsanwälte) und Michael Schramm (Senior Manager | EY Österreich) mit ihrem Titel „Finance 4.0 – Blockchain Technologie, Smart Contracts und DSGVO“ eine Brücke zum Beginn der Veranstaltung. Dabei erörterten die Experten unter anderem wie man die Blockchain-Technologie, die aktuell hauptsächlich im Zusammenhang mit Kryptowährungen erwähnt wird, auch für Smart Contracts nutzen kann, ohne dass rechtliche Grauzonen entstehen.

Das 2. CFOaktuell Update gab auch dieses Jahr wieder überaus interessante Einblicke in künftigen Veränderungen der Finanzorganisationen und wird die Agenden der CFOs für 2019 maßgeblich mitgestalten.

SAVE THE DATE! Das 3. CFOaktuell Update wird am 7. November 2019 stattfinden.

 

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