Verständnis für digitale Prozesse wird immer wichtiger

Matthias Schulmeister (Geschäftsführer | SCHULMEISTER Management Consulting) im Interview

Wie schätzen Sie die derzeitige Lage am Arbeitsmarkt im Bereich Finance & Controlling ein?

Die Lage im Finance- und Controlling-Bereich ist zur Zeit ausgesprochen gut für Kandidaten. Die ausgezeichnete konjunkturelle Situation schafft eine sehr hohe Nachfrage. Dazu kommt noch ein massiver Mangel an jungen Arbeitnehmern. Das ist der demographischen Entwicklung der letzten 30 Jahre geschuldet und wird sich in den nächsten Jahren noch massiv verschärfen – nicht nur im Finance und Controlling, sondern in allen Unternehmensbereichen.

Welche Kompetenzen sind derzeit von den Unternehmen (in diesen Bereichen) besonders gefragt?

Die Digitalisierung ist natürlich  ein Megatrend. Gute EDV-Kenntnisse gepaart mit einem guten Verständnis für Prozess- und Ablaufstrukturen sind ein entscheidender Wettbewerbsvorteil. Immer wichtiger wird aber auch, dass Mitarbeiter die oft komplizierten Details an die jeweiligen Empfänger kommunizieren können.

 

Wie hat sich das in den letzten 5-10 Jahren verändert?

Wesentlich geändert hat sich das Tempo in allen Lebens- und insbesondere Arbeitsbereichen. Die Digitalisierung bringt sicher eine Erwartungshaltung der permanenten Verfügbarkeit mit sich. Ich denke, dass es ganz wichtig ist, dass wir uns nicht zu Tode beschleunigen lassen. Das ist einfacher gesagt als getan.

 

Was würden Sie empfehlen: Welche Kompetenzen sollten man aktiv weiterentwickeln, um in den Bereichen Finance und Controlling in den kommenden Jahren konkurrenzfähig zu bleiben?

Nun, wie schon oben ausgeführt wird das Verständnis für digitale Prozesse immer wichtiger. Darüber hinaus ist es auch sehr wichtig, mit der immer größeren Menge an Daten richtig umgehen zu können. Das Berufsbild des Controller entwickelt sich in einigen Aspekten auch immer mehr zum Digital Analyst.

 

Unsere neue Tagung HR-Controlling-Forum, die am 19. Juni 2018 stattfindet, hat zum Leitmotiv: Digital HR – Neue Herausforderungen für das Personalcontrolling. Was ändert sich aus Ihrer Sicht im Personalmanagement am massivsten durch die digitale Transformation?

Die optimale Verfügbarkeit von relevanten Personalinformationen – hier meine ich alle Informationen von der Bewerbung hin zum Skill Management bestehender Mitarbeiter – wird immer wichtiger. Die richtige Datenverfügbarkeit wird in Zeiten immer knapper werdender Ressourcen ein zunehmend wichtigerer Wettbewerbsfaktor. Hier ist sicher eine weitere Professionalisierung vieler Personalabteilungen ein wichtiger Baustein. Darüber hinauswird aufgrund dieser Situation aber auch die Bedeutung von HR in den Unternehmen ganz allgemein zunehmen.

 

Welche Bereiche der Personalberatung sind bereits automatisiert oder werden in nächster Zeit automatisiert?

Bereits hochgradig automatisiert haben wir z. B. die Bewerbererfassung. Darüber hinaus aber auch viele Prozesse in der Suche und Ansprache. Auch das automatische Matching von Anforderungen zu Profilen wird immer besser. Am Ende des Tages ist das persönliche Gespräch aber sicher unabdingbar. Wir gehören nicht zu den Beratern, die Interviews nur mehr telefonisch oder per Skype abwickeln.

 

Was halten Sie von Künstlicher Intelligenz (KI) im Bewerbungsprozess?

Das wird sicher noch viel stärker kommen. Sobald es sich auszahlt eine Maschine wie Watson für die automatisierte Suche einzusetzen wird das kommen. Viele Dinge, die heute von Researchern getan werden, werden in Zukunft automatisiert erledigt werden.

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