Nachlese: 3. CFOaktuell Jahrestagung | Auf dem Weg zur CFO Excellence

Bereits zum dritten Mal lud das Controller Institut gemeinsam mit Linde Campus zur CFOaktuell Jahrestagung. Heuer gaben sich die einflussreichsten CFOs Österreichs die Klinke in die Hand. Gesehen wurden u.a. Markus Hofer (CFO, Miba), Franz Gumbinger (CFO, Semperit), Gabriele Langer (Kaufmännische Leitung, Leopold Museum), Sonja Wallner (CFO, A1 Telekom Austria AG), Barbara Potisk-Eibensteiner (Heinzl Group), Felix Strohbichler (Palfinger), Manuela Fürst (Agrana Fruit) und Wolfgang Moser (Pochtler Industrieholding). Darüber hinaus konnte ein Besucherrekord verbucht werden: Knapp 150 CFOs und Finanzführungskräfte folgten der Einladung.


Konzentrierter Blick auf brennende Fragen

Im Fokus standen auch dieses Jahr wieder jene Spannungsfelder, die den Finanzbereich besonders beschäftigen: zunehmender Compliance- und Effizienzdruck bei der gleichzeitigen Notwendigkeit, die relevanten Steuerungssysteme im Unternehmen weiterzuentwickeln. Rita Niedermayr (Geschäftsführerin | Österreichisches Controller-Institut) fasste diese Punkte in ihrer Begrüßung grob zusammen und neben wichtigen Fragestellungen, etwa wie das Data-Thema gelöst werden soll und kann, muss auch immer zu Beginn und am Schluss die Frage gestellt werden: Wo bleiben eigentlich die Mitarbeiter? Wie sichere ich meine Talents? Und welche Kompetenzen werden gebraucht?

Die CFOaktuell Jahrestagung bot einen Überblick über die CFO-Excellence und die Fragestellung: Was CFOs 2020 brauchen? In insgesamt sechs Foren wurde versucht, Antworten zu finden:

  1. Intelligent Finance | Strategy & Transition to S/4 HANA
  2. Better Financial Reporting
  3. Shared Services Next Generation
  4. Digital Tax
  5. Automatisierung und digitale Prozessgestaltung
  6. Data & Analytics

Die fachlichen Leiter Rita Niedermayr und Josef Baumüller (Hochschulassistent | WU) schlossen ihre Begrüßungsworte mit einem Ausblick auf einen spannenden Tag.

© Controller Institut | APA | Ludwig Schedl
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Auf dem Weg zur CFO Excellence

Konjunkturschwankungen und volatile Märkte, die Digitalisierung und neue disruptive Wettbewerber sorgen für Veränderungsdruck in zahlreichen Unternehmen. Neben Brexit, dem Konflikt China-USA, dem generellen Risikofaktor Trump schwebt derzeit der konjunkturelle Abschwung als großes Thema über den Unternehmen. In diesen volatilen Zeiten sind CFOs und Finanzabteilungen gleichzeitig dazu gezwungen effizienter zu werden und sich auf die Digitalisierung vorzubereiten. Mit diesem Spannungsbogen starteten Peter Schentler und Andreas Kirchberg (beide Horvath & Partner Management Consultants) ihre Keynote zum Thema Roadmap zur CFO Excellence. Drei Aspekte sind dabei ganz wesentlich: Daten, Prozesse und Organisation.

Unternehmen können die aktuellen Trends als Ansporn nutzen, um ihre CFO-Organisation zu hinterfragen und zu transformieren. Die beschriebenen Herausforderungen können nur durch die richtigen Daten, effektive und effiziente Prozesse und eine smarte Organisation gemeistert werden. Drei Eckpfeiler sind wesentlich:

  1. Sicherstellung einer zentralen Stammdaten- und KPI-Definition sowie ein zentrales Data Management als Basis für effiziente Steuerung des Unternehmens.
  2. Harmonisierung von Prozessen. Die transaktionalen Kernprozesse müssen auf Basis von Standardisierung und Automatisierung bewertet und optimiert werden.
  3. Einführung eines Rollenmodells zur transparenten und effizient aufgestellten Organisation.

Die CFO-Organisation und die darin durchgeführten Aktivitäten müssen neu geordnet werden.

Über diese spannenden Fragestellungen diskutierte Rita Niedermayr gleich im Anschluss mit Manuela Fürst (CFO | Agrana Fruit) und Felix Strohbichler (CFO | Palfinger).

Manuela Fürst verdeutlichte: „Ich betrachte meine Rolle als CFO mehr als Business-Partner-Rolle und mein Ziel ist die Integration in den verschiedenen Units. Ich möchte, dass wir wegkommen von einer Art Feuerlöscher-Funktion hin zu einer integrativen Funktion.“

Dazu ist es auch nötig, die richtigen Menschen an den richtigen Stellen zu haben. Felix Strohbichler dazu: „Wir haben bei Palfinger 300 Personen im Finanzbereich. Es ist eine große Herausforderung, die vorhandenen Talente dorthin zu entwickeln, wo man sie braucht.“

Beiden CFOs ist es wichtig, dass der Finanzbereich als gestaltender Bereich betrachtet wird. Business Partnering steht für sie ganz oben auf ihrer jeweiligen Mission zur CFO Excellence.

#TalentAdventure

Begleitend zur Tagung konnten die Teilnehmer der CFOaktuell Jahrestagung die Pausen nutzen, um im interaktiven Parcours die folgenden Fragen zu beantworten: Sind wir bereit für die digitale Transformation und haben wir die richtigen Menschen am Start?

In Summe mussten dazu fünf Stationen durchlaufen werden:

  1. Tag Cloud zur Frage: Was bedeutet Digitalisierung für die Mitarbeiter unseres Unternehmens?
  2. Quiz zur Frage: Wieviel Prozent der Unternehmen fühlen sich auf den digitalen Wandel vorbereitet? (Hinweis: Die Antwort darauf finden Sie auch in diesem Text).
  3. Diskussion zu den Erfolgsfaktoren im Talent Management zu den Fragen: Was sind die Erfolgsfaktoren von Talent Management für die CFO-Organisation? Und was können wir dafür tun?
  4. Kompetenzlandkarte: Wie groß ist der Entwicklungsbedarf in Bezug auf die Kompetenzen in Zukunft?
  5. Lego® Serious Play: Hier wurde die Talent Journey nachgebaut, die ein Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin im Unternehmen durchläuft.

Der Hauptgewinn unter allen Teilnehmern war ein halbtägiger Lego® Serious Play Workshop. Wir gratulieren den Gewinnern von Spar Österreich und wünschen viel Spaß mit dieser agilen Methode!

Intelligent Finance – Vision of Finance Transformation

In vielen Unternehmen einer der größten Pain Points: die Einführung eines einheitlichen ERP-Systems im Allgemeinen und SAP S/4 HANA im Speziellen. Reinhard Taucher (Center of Excellence Finance | SAP Österreich) führte durch das Forum und gab gleich zu Beginn einen Überblick über SAP S/4 HANA und die Möglichkeiten der Erweiterung des Steuerungsmodells in Unternehmen in einem SAP-Umfeld.

Spannend waren die Ausführungen von Peter Salzmann (Leiter Konzernrechnungswesen | Loacker Recycling) zur Einführung von SAP S/4 HANA im Group Reporting. Die Erfahrungen des Vorarlberger Recycling-Konzerns haben anschaulich gezeigt, welche Effizienzgewinne möglich sind.

Zur Panel-Diskussion wurde noch Barbara Potisk-Eibensteiner (CFO | Heinzel Holding) aufs Podium gebeten. Heinzel plant derzeit den Roll-out von SAP S/4 HANA. Barbara Potisk-Eibensteiner brachte es auf den Punkt: „Heinzel Group harmonisiert mit dem SAP S/4HANA-Projekt nicht nur die System-, sondern auch die Prozesslandschaft. Damit schaffen wir eine gemeinsame Basis für eine Menge von Digitalisierungsinitiativen in unterschiedlichsten Unternehmensbereichen.“

Better Financial Reporting

Ein Thema, das immer auf der CFO-Agenda steht und voraussichtlich auch immer dort bleiben wird: Financial Reporting. Kein anderer Themenbereich bietet jährlich mehr Änderungen, als Jahresabschluss und Co. Unter der Moderation von Christian Engelbrechtsmüller (Partner | KPMG) wurde darüber diskutiert, wie Unternehmen ihr Financial Reporting verbessern können. Günther Hirschböck (Partner | KPMG) sprach über Leading Practice Berichterstattung und -integration und behandelte die Herausforderungen in der aktuellen Berichterstattung. Ebenso sprach er über die Vision einer ganzheitlichen Berichterstattung der EU-Kommission.

Einen Bericht aus der Praxis boten Christian Höllerschmid (Director Group Accounting | Semperit) und Markus Reschl (Senior Manager | KPMG). Sie zeigten in ihrem Vortrag über die Finance Transformation @ Semperit, wie das Konzernreporting ins digitale Zeitalter geführt wird.

Die CFO-Perspektive rundete das Forum ab. Helmut Kerschbaumer (Partner | KPMG) bat Frank Gumbinger (CFO | Semperit) auf die Bühne, der seine Sicht als CFO auf diese und andere Projekte im Financial Reporting bot. Als besonders wichtig hob er die Relevanz der „Non-Financials“ für externe Stakeholder als besonders wichtiges Themenfeld für die Unternehmensfinanzierung.

Braucht es noch Shared Service Center?

Alle Diskussionen rund um die digitale Transformation werfen immer wieder die Frage auf, ob Shared Service Center noch notwendig sind. Können nicht Automatisierung und Robotics all jene Prozesse übernehmen, die bisher in Shared Service Center ausgegliedert wurden? Die Antwort lautet: Jein. Auch im Zeitalter der Digitalisierung haben sie nach wie vor einen Nutzen, wenn man sie richtig umsetzt. Wie das geht, schilderte Andreas Kirchberg. Der Fokus ist auf Effizienz und Kostensenkung gerichtet und die Zielsetzung eines Shared Services muss das Minimalprinzip sein. Kirchberg spricht von vier Kernthemen: 1. Standardisierung, 2. Automatisierung, 3. Auftragsmanagement und 4. Re-Organisation. Potenzial haben Shared Service Center im Bereich der Kostensenkung, der Kundenzufriedenheit, der Prozesseffizienz und der optimalen Mitarbeiterzufriedenheit. Darüber hinaus können Synergien mit RPA ausgeschöpft werden.

Markus Hofer (CFO | Miba) berichtete von der Strategie der Miba, die seit 2013 Regional Service Center im Einsatz hat. Derzeit sind sie in drei Regionen (North America, China, Europe) etabliert und zwei weitere sind in Planung (South America, India). Wichtig bei der Implementierung eines Service Centers ist laut Hofer, zunächst die Frage des WHY zu stellen. Welchen Beitrag zur Erreichung der Unternehmensstrategie können Shared Service Center leisten? Bei der Miba sind das unter anderem die Skalierbarkeit der Prozesse, die Fokussierung auf Produktionsstandorte, ein Center of Expertise und Kostenvorteile. Das Prinzip der Co-Location ist der Miba sehr wichtig, damit die Service Center den Anschluss an die Produktion nicht verlieren. Jeder Mitarbeiter soll weiterhin wissen, womit das Unternehmen Geld verdient.

Digital Tax – die Zukunft der Steuerfunktion

Gerade die Steuerfunktion ist unter dem Schlagwort Digital Tax enormen Änderungen und Transformationen unterworfen. Horizontal Monitoring, das inzwischen als Begleitende Kontrolle erfolgreich in Österreich umgesetzt wurde, ermöglicht eine völlig neue Form der Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und der Finanzbehörde. Waren früher Prüfungen von Sachverhalten, die Jahre zurück liegen Usus, steht heute die proaktive Zusammenarbeit im Fokus.

Maria Linzner-Strasser (Partner | EY Österreich) und Sylvia Weihe (Senior Tax Advisor Corporate DACH und CTL Austria | Deutsche Shell Holding) berichteten von den Erfahrungen von Shell Austria mit der Ausgestaltung eines Steuerfunktionssystems sowie der Überführung in das Pilotprojekt Horizontal Monitoring und in die Begleitende Kontrolle. Die Umsetzung des Horizontal Monitoring als Begleitende Kontrolle in Österreich gilt als internationale Best Practice, von dem auch die Unternehmen profitieren.

Ein ebenso wichtiges steuerliches Thema ist die Compliance der Umsatzsteuer. Diesem Thema widmete sich der Vortrag von Susanne Machanek (Senior Manager | EY Österreich) und Jörg Popp (Head of Tax | Mondi Paper Sales). Wie ein umsatzsteuerliches Compliance-Management eingeführt werden kann, wurde am Beispiel der Mondi Paper Sales präsentiert. Die Umsatzsteuer ist ein zentraler Risikobereich im Unternehmen, vor allem wegen drohender, sehr hoher Strafzahlungen. Damit ist das Potential der Digitalisierung in der Steuerfunktion enorm.

Accounting AI vs. Data Analytics

Die letzten beiden Parallelforen widmeten sich einerseits dem Thema Artificial Intelligence und andererseits der Data Analytics.

Im Bereich Artificial Intelligence wird ein gewaltiges Potenzial für die Digitalisierung im Unternehmen gesehen. Insbesondere das Accounting ist ein idealer Kandidat für die Automatisierung. Ewelina Hmyzo (Partner | EY Deutschland). Sie sprach darüber, dass sich das Berufsbild des Finanzbuchhalters von Grund auf verändern wird. Noch zögern viele Unternehmen, in ihren Finanzabteilungen auf automatisierte Lösungen zu setzen. Doch der Wandel ist nur eine Frage der Zeit. EY hat eine KI-basierte Lösung für Buchhaltung entwickelt, die im Rechnungswesen eine Produktivitätssteigerung um mindestens den Faktor 300 verspricht. Gerade für mittelständische Unternehmen bedeutet das ein enormes Potenzial.

Das zweite Thema der parallelen Foren zeigte die Vorteile einer modernen Analytics-Plattform. Stefan Rahl (Head of Data Platform | pmOne). Die zentrale Frage – und diese müssen sich nicht wenige Unternehmen stellen – lautet: Wie bekomme ich meine Daten für Analytics in den Griff? Vorteile einer modernen Analytics-Plattformen sind: 1. Ganzheitliches technisches Konzept, 2. AI/ML ready, 3. Data Governance und Security und 4. Reporting und Analyse.

Der Mensch bleibt im Zentrum

Nach einem spannenden Tag mit Vorträgen und Diskussionen, die meist die eher technischen Aspekte der Finanz- und CFO-Organisation beleuchteten, stellte der letzte Vortrag des Tages die Mitarbeiter in den Vordergrund. Sandra Berenbold (CEO | Energy Factory St. Gallen) warf im Plenumsvortrag die Frage auf, wie Mitarbeiter für die digitale Transformation zu mobilisieren sind. Generell gilt derzeit: Transformation ist das neue Normal. Strukturen und Geschäftsmodelle müssen sich neu ausrichten. Nur 4 % der Unternehmen fühlen sich gut auf den Wandel vorbereitet. Berenbold beschrieb vier Faktoren, die erfolgreiche Pioniere der Arbeitswelt vereinen: 1. Vision & Stoßrichtung sind klar, 2. im Fokus stehen People, People, People, 3. sie wissen um den Leadership Impact und 4. eine New Work Culture ist implementiert.

Im Anschluss luden Controller Institut und Linde Campus zur Weinverkostung zum guten Zweck. Bei einem Gläschen der Initiative WineAid konnte über die Erkenntnisse der CFO aktuell Jahrestagung diskutiert werden.

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Merken Sie sich jetzt schon mal den 11. November 2020 vor.


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