Konzernrechnungswesen: So funktioniert Financial Reporting

Ein gut aufgesetztes Konzernrechnungswesen ist das A und O. Wir haben mit Wirtschaftsprüferin und Steuerberaterin Mag. Martina Geisler über eine effiziente Organisation, Risiken, IKS und der Bedeutung von „Smart Close“ gesprochen.


Controller Institut: Bei der Erstellung des Konzernabschlusses: Wie kann eine effiziente Organisation sichergestellt werden?

Martina Geisler: Die wichtigsten organisatorischen Voraussetzungen für eine effiziente Konzernabschlusserstellung sind natürlich zusätzlich zu engagierten und gut ausgebildeten Mitarbeitern sowohl in den Finanzabteilungen der Konzernzentrale als auch in den Tochtergesellschaften eine klare Verteilung der Verantwortlichkeiten. Außerdem sind ein effizientes und gut integriertes Konsolidierungssystem und ein gut durchdachter Zeitplan, dessen Einhaltung laufend überwacht wird, entscheidend.

CI: Was sind die typischen Risiken im Prozess der Konzernabschlusserstellung? Und was sollte man unbedingt beachten?

Geisler: Typische Risiken entstehen aufgrund von mangelhafter Datenqualität in Berichtspaketen von Tochterunternehmen und / oder mangelhafte Kontrollschleifen und Datenvalidierungen. Auch miteinander in Konkurrenz stehende Zeitpläne und eine zu unklare Priorisierung für verschiedene Aufgaben im Finanzbereich führen oft zu Problemen. Wichtig ist auch eine proaktive Abstimmung zwischen den einzelnen Konzernabteilungen, die in die Erstellung der Unternehmenskommunikation involviert sind. Ich meine damit zum Beispiel die Erstellung des Konzernabschlusses, den Konzernlagebericht, den Corporate Governance Bericht oder sonstige Informationen für Geschäftsberichte und Investor Relations Präsentationen sowie für den Nachhaltigkeitsbericht.

Im Umkehrschluss sollte also beachtet werden, dass ausreichend und in optimaler Weise systemgestützte Validierungen in den Erstellungsprozess integriert sind. Außerdem sollten klare Prioritäten gesetzt werden, um eine gute inhaltliche und organisatorisch Abstimmung zwischen den Konzernabteilungen im Finanzbereich sicherzustellen.

CI: Stichwort IKS. Was bedeutet das für den Prozess der Konzernabschlusserstellung?

Geisler: Wie für jeden wesentlichen Finanzprozess ist auch für den Prozess der Konzernabschlusserstellung ein internes Kontrollsystem, welches von IT-gestützten Validierungen, Vier-Augen-Prinzip und klaren Freigabeprozessen geprägt ist, eine unumgängliche Basis.

CI: Was kann man sich unter einem „Smart Close“ vorstellen?

Geisler: Unter „Smart Close“ wird eine möglichst umfassend Automatisierung der Abschlusserstellung unter Anwendung von IT-gestützter Work-Flow-Optimierung und damit laufenden Validierungsschleifen verstanden. Dies reicht von real-time Saldenabstimmungen bis hin zu Work-Flow basierter und weitgehend automatisierter Erstellung der Finanzberichte. Im Lehrgang in der Einheit zum Konzernabschlussprozess tauschen wir uns sowohl zu Smart Close als auch zu Fast Close Maßnahmen (schnellere Abschlusserstellung durch Optimierung der Abschlussprozesse) umfassend aus.


Weiterbildungstipp

Certified Group Accountant | Ihr Weg zum Experten im Konzernrechnungswesen
Wann? Start am 22. April 2020 | Wo? Seminarhotel & Palais Strudlhof, 1090 Wien, Eingang: Strudlhofgasse 10 | Information und Anmeldung

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