Interview: „Zusammenhänge besser verstehen und zukünftig mehr Verantwortung übernehmen“

Insights: „Für mich stellt die berufliche Veränderung eine Weiterentwicklungsmöglichkeit und einen Neustart in einem spannenden Unternehmen dar“, verdeutlicht Maria Edermayer, Absolventin und Stipendiatin des Lehrgangs Certified Controller im Interview.


Controller Institut: Sie waren als Organisationsmanagerin beim mikrobiologischen Labor „analyse BioLab“ tätig und haben sich schließlich für das Stipendium der OÖN für den Certified Controller beworben. Was hat Sie dazu bewogen?

Maria Edermayer: Ich interessiere mich schon seit vielen Jahren für die Ausbildung zum Certified Controller, da ein Freund den Lehrgang absolviert hat und von der Qualität sehr überzeugt war. Allerdings ist der Aufwand sowohl in finanzieller als auch zeitlicher Sicht nicht unerheblich, wenn man selbst dafür aufkommt. Anfang 2020 habe ich dann endlich den Schritt gewagt und mich für den Lehrgang angemeldet.

Umso mehr habe ich mich gefreut, als ich erfahren habe, dass ich von den OÖ Nachrichten in Form eines Stipendiums unterstützt werde.

CI: Welche Lehrgangsinhalte waren für Sie besonders wertvoll?

Edermayer: Ziel der Ausbildung war für mich, betriebswirtschaftliche Zusammenhänge besser zu verstehen, um künftig mehr kaufmännische Verantwortung übernehmen zu können. Das Erstellen von GuV, Cash-Flow-Rechnung und Bilanz ist dabei für mich ebenso nicht wegzudenken wie das Thema Kostenrechnung. Insofern waren für mich insbesondere die Module ‚Integrierte Planungsrechnung und Finanzmanagement‘ sowie ‚Kostenrechnung‘ besonders wertvoll.

CI: Dank der Ausbildung zum Certified Controller konnten Sie sich höher qualifizieren und beruflich verändern. Beschreiben Sie uns doch kurz Ihr Tätigkeitsspektrum.

Edermayer: Ich arbeite seit 1. April in der Wolfgang Bayer Beratung GmbH, einem renommierten Beratungsunternehmen im Gesundheits- und Sozialbereich, das u.a. die Experten- und Evaluierungskommission der OÖ Spitalsreform II geleitet hat. Unser Tätigkeitsspektrum ist sehr breit gefächert und umfasst neben der Leistungs- und Bedarfsplanung von Krankenhauskapazitäten etwa auch die Entwicklung einer Pflege-App oder die Projektleitung im Zuge der Gründung des Linzer Kepler Universitätsklinikums.

Ich habe mich die letzten drei Monate intensiv mit dem Thema Primärversorgung[1]* auseinandergesetzt, da wir in einem neu gegründeten Primärversorgungsnetzwerk in Oberösterreich die Geschäftsführung übernommen haben, was gewissermaßen Start-up-Charakter hat. Dabei geht es u.a. um die Erstellung und Einhaltung von Budgets, den Aufbau von kaufmännischen Prozessen und auch das Durchführen von Evaluierungsmaßnahmen.

In weiterer Folge werde ich mich mit der Gesundheitssteuerung und -planung beschäftigen. In all diesen Themenfelder braucht es eine grundlegende betriebswirtschaftliche Expertise, die ich im Zuge der Ausbildung vertiefen konnte.

CI: Was bedeutet das für Sie persönlich und beruflich?

Edermayer: In den letzten 12 Monaten hat sich für mich in mehreren Lebensbereichen viel verändert. Ich habe mich nach 29 Jahren von meinem Mann getrennt, im Dezember habe ich eine liebe Freundin plötzlich verloren und schlussendlich habe ich noch den Job gewechselt. Für mich stellt die berufliche Veränderung eine Weiterentwicklungsmöglichkeit und einen Neustart in einem spannenden Unternehmen dar, der ohne die Ausbildung am Controller Institut wohl in der Form nicht geglückt wäre.

CI: Was glauben Sie, braucht die Controllingfunktion in Zukunft?

Edermayer: Die Datenflut wird in Zukunft wohl weiter zunehmen und es gilt aus diesen Daten auf effiziente Weise Informationen zu gewinnen. Dabei darf man aber nie die Kosten-Nutzen-Relation aus den Augen verlieren, da Controlling an sich kein wertschöpfender Unternehmensprozess ist. Ich denke, dass dadurch die Ansprüche an die Auswahl und den Einsatz von sinnvollen Controllinginstrumenten und Analysetools steigen werden.

CI: Vielen Dank für das Gespräch.


[1] Primärversorgung ist ein Teil der Gesundheitsversorgung. Man spricht von der „ersten Versorgungsebene“. Ein Primärversorgungszentrum umfasst mehrere Allgemeinmediziner, die von einem Team von pflegerischen und therapeutischen Berufen bei der wohnortnahen Versorgung der Bevölkerung unterstützt werden.


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