Die Cloud ist eine Notwendigkeit, um Flexibilität und Geschwindigkeit am Markt zu erzielen

Christina Wilfinger ist Geschäftsführerin von SAP Österreich. Davor war sie als Mitglied der Führungsriege von Microsoft Österreich tätig..


CFOaktuell: Frau Wilfinger, Sie sind frisch in Ihrer neuen Funktion als Geschäftsführerin von SAP Österreich; zunächst: Herzlichen Glückwunsch! Gleichzeitig zeigt ein Blick auf Ihren Track Record, dass Sie ein alter Hase in der Branche sind. Was sind Ihre wichtigsten drei Ziele für Ihre neue Funktion?

Christina Wilfinger: Vielen Dank. Es freut mich sehr, SAP Österreich in dieser spannenden wie gleichzeitig herausfordernden Zeit mit einem neu aufgestellten Führungsteam leiten zu dürfen. Ich möchte in meiner Funktion dazu beitragen, dass österreichische Kunden und Unternehmen gemeinsam mit SAP diese wirtschaftlich schwierigen Zeiten meistern und die gewünschten Geschäftsergebnisse erzielen können.

Wir wollen den Corona-bedingten Digitalisierungsschub in der Wirtschaft nutzen, um den Umstieg in die Cloud zu forcieren. Digitalisierung ist heute keine Option mehr, sondern ein wirtschaftliches Muss und mit Cloudlösungen lassen sich die notwendigen Innovationen mit rasch sichtbaren Ergebnissen umsetzen.

Das vielleicht wichtigste Ziel überhaupt ist und bleibt es, unsere Kunden zu intelligenten Unternehmen zu machen. Es gilt ihre Prozesse – speziell unter Zuhilfenahme modernster Technologien wie zum Beispiel künstliche Intelligenz, Blockchain und Sentimentanalyse – intelligenter, agiler und flexibler zu machen und sie stärker zu automatisieren. Mit unserem neuen Angebot RISE with SAP wollen wir dieses Jahr einen Schwerpunkt bei unseren Kunden setzen. Ebenso werden wir gemeinsam mit unseren SAP-Partnern die Transformation unserer Kunden auf S/4HANA verstärkt begleiten.

CFOaktuell: Bei der Digitalisierung dreht sich alles um Daten. Sie sind notwendig, um diese neuen Technologien einzusetzen. Wie beurteilen Sie den Entwicklungsstand der österreichischen Unternehmen? Hat Österreich als klassisches KMU-Land hier einen strukturellen Nachteil?

Christina Wilfinger: Nun ja, Österreich gehört sicher nicht zu den Vorreiternationen in Sachen Digitalisierung oder Cloud-Nutzung, wie unterschiedliche Studien immer wieder aufzeigen. Die digitale Transformation erfordert es, Geschäftsmodelle auf neue Beine zu stellen. Dieser Prozess geht in Österreich allerdings nur schleppend voran. KMU sind unabhängig ihrer Größe und Branche gleichermaßen von der Digitalisierung betroffen. Aufgrund der digitalen Transformation verändern sich nicht nur die Produktionsbedingungen, sondern auch das Kundenverhalten. Dahingehend sind sie nicht nur gezwungen, ihre Produktion und Dienst­leistungen anzupassen, sondern müssen beispielsweise auch neue Vertriebs- und Marketingstrategien entwickeln, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

Österreich muss sich in dieser Hinsicht sicher ein digitales Fitness-Programm verpassen, damit es nicht den wirtschaftlichen Anschluss verpasst!

Wie schon angesprochen, Cloudlösungen helfen einfach bei einer raschen und effizienten Digitalisierungsstrategie – ich unterscheide hier nicht zwischen ATX-Unternehmern und KMU, – Cloud ist keine technologische Entscheidung. Es geht nicht mehr darum, wo die Daten liegen, sondern es ist wirklich eine Notwendigkeit, um Flexibilität und Geschwindigkeit am Markt zu erzielen.

CFOaktuell: Wo sehen Sie die Schwachpunkte der bisherigen Digitalisierungsvorhaben?

Christina Wilfinger: Das Bewusstsein um Chancen und Wachstum, die sich durch eine optimierte Digitalisierungsstrategie der Betriebe ergeben, ist vor der Pandemie noch zu schwach ausgeprägt gewesen und der Druck, sich in diese Richtung als Betrieb zu entwickeln, war ebenso noch nicht schmerzhaft genug gewesen.

Aufgrund der Pandemie sehen viele nun ganz deutlich neue digitale Geschäftsmodelle oder auch Vertriebschancen durch E-Commerce – denken Sie nur an Online-Shops oder bessere Logistiklösungen. Die kürzlich erschienene Studie von EY zum Mittelstandsbarometer 2021 zeigt es deutlich. Viele haben erkannt, dass es Zeit wird, alte Strukturen aufzubrechen und Innovationen anzutreiben – nicht nur, um mit dem Mitbewerb mitzuhalten, sondern um selbst über Wasser zu bleiben.

CFOaktuell: Eine Single Source of Truth der im Unternehmen vorhandenen Daten liefert zu jedem Zeitpunkt eine gemeinsame Sicht auf sämtliche vorhandenen Daten (operative, Finanz-, externe Daten etc) und wirkt so Daten-Silos entgegen. Was braucht es – technologisch, prozessual, organisational – um eine solche Datenbasis zu etablieren?

Christina Wilfinger: Die Datenbasis ist das Um und Auf in den Unternehmen – das steht fest und in den letzten Monaten hat es sich nochmals sehr deutlich gezeigt, wie wichtig dieser einheitliche Blick auf die Unternehmensdaten ist, um rasch reagieren zu können. Die Pandemie hat das alles extrem beschleunigt! Unsere Kunden schätzen seit Gründung der SAP vor knapp 50 Jahren diese Single Source of Truth, die ihnen durch das SAP ERP ermöglicht wird. Wir begleiten unsere Kunden – oder die es werden wollen – auf ihrem Weg zu einem intelligenten Unternehmen. Es ist eine klare Führungs­entscheidung, den Weg einzuschlagen und wird von den unterschiedlichen Abteilungen mitgetragen, mit Hilfe des CIO wie auch CFO und der Unternehmensspitze. Dann ist es auch ein erfolgreiches Projekt!

Das ERP-System kann Hemmschuh der Digitalisierung oder auch Innovationsmotor sein. An der Modernisierung seiner Kernapplikationen wird mittel­fristig kein Unternehmen vorbeikommen, wenn es seine Marktposition ausbauen will – und die digitale Transformation erhöht den Druck weiter, rasch auf neue Technologien und cloudbasierte Lösungen umzusteigen. Der Unterschied zwischen einem traditionellen ERP-System und der SAP S/4HANA-Lösung ist in etwa vergleichbar mit der Entwicklung vom Handy zum Smartphone! Die Vorteile liegen klar auf der Hand, was mit einem Smartphone heute alles machbar ist.

Mit verschiedenen Programmen und Angeboten unterstützen wir auch mit unseren SAP-Partnern unsere Kunden Schritt für Schritt bei dem Umstieg – bei allen denkbaren Szenarien, egal ob On -Premise, hybrid, in der SAP-Cloud oder auch in der Public-Cloud eines Hyperscalers.

Was ich in der Vergangenheit bei solchen Projekt- oder Digitalisierungsvorhaben der gesamten Data-Driven-Platform bzw Data-Driven-Company gesehen habe ist, dass man einfach anfangen muss. Mich stimmt im Moment sehr positiv, dass die Projektvorhaben konkretisiert werden und nicht mehr ausschließlich aus einer Fachabteilung heraus getrieben werden, sondern dass sie wirklich Vorstandsvisibilität haben. Sowohl auf der CFO-Ebene und zum Großteil sogar auf CEO-Ebene.

CFOaktuell: Sprechen wir über Cloud- oder On-Premise-Installation. Software-Anbieter möchten die Kunden in die Cloud bringen. Das funktioniert auch mehr und mehr. Was sind aus Ihrer Sicht die Vorteile gegenüber On-Premise-Installationen?

Christina Wilfinger: Die Cloud ist kein Zukunftsprojekt, sondern eine dringliche Aufgabe für uns als SAP – ebenso wie für Unternehmen weltweit, egal welcher Größe. Der Weg ist klar vorgezeichnet, das ist die Richtung.

Wir verhelfen durch die Cloud Unternehmen zu mehr Geschwindigkeit, Flexibilität, Innovation und Skalierbarkeit. Cloudlösungen stellen den Schwerpunkt und die Ausrichtung unserer Strategie dar. Wir verfügen über ein umfassendes Portfolio an Lösungen für unterschiedliche Geschäftsprozesse (Einkauf, Supply-Chain etc). Damit können wir auch unseren Kunden helfen, rasch zu einem intelligenten Unternehmen zu werden und einen geschäftlichen Mehrwert zu generieren.

Eine intelligente Cloudstrategie muss Geschwindigkeit und Mehrwert der Einführung in Einklang bringen. Eine pauschale Lösung gibt es zwar nicht, wohl aber einige grundsätzliche Überlegungen, die jedes Unternehmen anstellen sollte: den angestrebten Mehrwert definieren, die Migration planen und festlegen, wie die Cloud die Geschäftsstrategie und -ziele unterstützen kann.

Die Vorteile liegen klar auf der Hand:

Sie brauchen keine eigene IT aufzubauen, SAP kümmert sich um den Betrieb der Hard- und Software inkl Support.
Sollten Sie in andere Länder expandieren, können Sie Ihr System ganz einfach erweitern und landesspezifische Regularien sind bereits berücksichtigt.
Schnelle Einführung durch vorkonfigurierte Prozesse.
Kein großes Anfangsinvestment, Sie zahlen lediglich eine jährliche Nutzungs­gebühr.
Ihre Lösung bleibt auf dem aktuellsten Stand, Branchenaktualisierungen und technische Updates erfolgen automatisch quartalsweise.

CFOaktuell: Inwieweit trägt eine Intelligent-Cloud-Nutzung dazu bei, zu einer Single Source of Truth der Daten zu kommen? Wo liegen die zentralen Vorteile von Business Transformation as a Service?

Christina Wilfinger: Mit unserem neuen Angebot Rise with SAP bieten wir ein ganzheitliches Angebot in drei klaren Schritten an, um intelligente Prozesse zu nutzen und vielfältige Vorteile aus dieser Transformation zu ziehen. Die Basis ist immer die konsistente Nutzung der Daten durch eine zentrale Datenquelle und der hohe Standardisierungsgrad der Lösungen.

Im ersten Schritt zeigen wir unseren Kunden die Neugestaltung der Geschäftsprozesse auf – das geschieht auf Basis unserer Business-Process-Intelligence-Lösung. Diese nutzt bewährte Geschäfts­verfahren und baut auf das einzig­artige Datenpotenzial von SAP auf. Sie ermöglicht es Kunden, sowohl die Prozess­leistung kontinuierlich zu analysieren als auch Prozesse mit Branchenstandards zu vergleichen. Zudem liefert sie maßgeschneiderte Empfehlungen zur Einführung neuer Geschäftsmodelle sowie zur Automatisierung und Standardisierung von Prozessen. Durch eine direkte Anbindung an den SAP-Workflow, roboterge­steuerte Prozessautomatisierung (RPA) und andere Services auf Grundlage künstlicher Intelligenz (KI) lassen sich intelligente Funktionen nahtlos in Geschäftsprozesse integrieren.

Ich glaube, man muss auch das Thema Datendrehscheibe oder Datenhoheit größer denken und sehe da auch schon die ersten Tendenzen. Natürlich geht es sehr stark um unternehmensinterne Daten, aber es geht auch um die Vernetzung mit Kunden, Lieferanten, und anderen. Gerade die Pandemie hat gezeigt, dass ich die Grenze nicht bei meinen internen Daten ziehen kann, sondern um eine Aussagekräftigkeit zu bekommen und eine Entscheidungsgrundlage auf Knopfdruck sicherzustellen, wirklich mein gesamtes Geschäftsnetzwerk betrachten muss. Hier sehen wir uns als SAP, mit einer 50- jährigen Historie, als den optimalen Partner.

CFOaktuell: Wie kann „RISE with SAP“ Unternehmen bei dieser umfassenden Transformation unterstützen?

Christina Wilfinger: Viele Unternehmen glauben, dass sich der digitale Wandel ganz einfach mithilfe einer technischen Migration in die Cloud oder durch den Erwerb neuer Technologien umsetzen lässt. Dabei wird oft ignoriert, dass neue Geschäftsmodelle und intelligentere Prozesse notwendig sind, um die Abläufe eines Unternehmens zu verändern. Deshalb stellten wir uns die Frage: Was können wir tun, um unsere Kunden auf diesem Weg noch besser zu unterstützen? Wie können wir ihnen helfen, die Kultur und Denkweisen in ihren Unternehmen zu ändern, ihre Geschäftsprozesse neu zu gestalten und interne Komplexität zu verringern, damit sie letztendlich neue Geschäftsmodelle einführen können und dem Wettbewerb immer einen Schritt voraus bleiben? Für eine wirkliche Transformation benötigen Unternehmen heute ein ganzheitliches Angebot – ein Business Transformation as a Service, das wir in einem umfassenden Angebot zusammengestellt haben. Dieses Angebot geht weit über Infrastructure und Software as a Service hinaus.

RISE with SAP ist ein ganzheitliches Angebot für Business Transformation as a Service, mit dem Kunden die Weichen für ihre Entwicklung zum intelligenten Unternehmen stellen und den betrieblichen Wandel selbstständig und im eigenen Tempo vollziehen können – unabhängig davon, wo sie im Moment stehen.

Gemeinsam mit unserem Partnernetz stellen wir Unternehmen in EINEM Paket alles bereit, was sie brauchen, um ihre Geschäftsabläufe ganzheitlich und mit einer schnellen Wertschöpfung umzugestalten – von der Neukonzeption von Geschäftsprozessen über technische Migrationsservices und Cloud-Infrastruktur bis hin zu unserer Business Technology Platform, Zugang zum Business Network und unserer marktführenden intelligenten ERP-Lösung , SAP S/4HANA Cloud.

CFOaktuell: Schon bisher konnten Finanzbereiche mittels ERP-Systemen auf Daten über die aktuelle Unternehmensperformance zugreifen. Steigende Datenmengen bieten zahlreiche neue und interessante Möglichkeiten für die Unternehmens­steuerung. Gleichzeitig steigen aber auch die Komplexität und die Anforderungen an die Finance-Organisation. Wie beurteilen Sie die Chancen der Finanzfunktion, zu einer Art „neuen“ Datendrehscheibe des Unternehmens zu werden?

Christina Wilfinger: Man hat es bereits vor der Pandemie gesehen, nun zeigt sich das Bild sicher viel deutlicher: durch den rasanten Wandel der Geschäftswelt, durch den Einsatz von Technologie auf allen Ebenen und die daraus entstehende Geschwindigkeit, der Druck, aber gleichzeitig auch Mehrwert durch Digitalisierung – das alles lässt die Anforderungen an den CFO extrem wachsen. Der CFO und die Finanzabteilungen werden gemeinsam mit der Unternehmensführung zum Vorreiter, Taktgeber und Treiber für Innovation und Digitalisierung. Die datengestützte (in Echtzeit!) strategische Beratung der Geschäftsführung wird immer wichtiger und das operative, transaktionale Tages­geschäft gilt es auch in Zukunft zu unterstützen.

Wir unterstützen mit unseren SAP-Lösungen diesen Wandel der Finanzabteilungen schon seit längerem und helfen mit, diese angesprochenen Datendrehscheibe noch sichtbarer zu machen. Denken Sie an unseren SAP Digital Boardroom, der ein hervorragendes Tool dafür ist. Dank leistungsfähiger Analysefunktionen können schnell Antworten auf dringende Fragen gefunden werden, Simulationen aufgezeigt und die Entscheidungsprozesse verbessert werden.

Ich glaube auch, dass ein neuartiger Anspruch auf viel umfassendere Daten als nur Finanzkennzahlen entsteht– denken Sie zum Beispiel an die immer stärker geforderte Transparenz bei Nachhaltigkeitszielen!

CFOs sind in den kommenden Jahren sicher noch stärker gefordert, können aber sicher als „Master der Daten“ und des einhergehenden digitalen Wandels wesentliche Impulse setzen und die Finanzabteilungen als zukunftsweisende Departments fest verankern.

CFOaktuell: Über die meisten Daten verfügte der Finanzbereich bereits bisher. Nun stehen neue Technologien zur Verfügung, um diese Daten besser zu nutzen. Wie kann der Einsatz von KI beispielsweise die Entscheidungsfindung verbessern?

Christina Wilfinger: Künstliche Intelligenz ist der Überbegriff für Anwendungen, bei denen Maschinen menschenähnliche Intelligenz­leistungen wie Lernen, Urteilen und Problemlösen erbringen. Die Technologie des maschinellen Lernens (ML) – ein Teilgebiet der künstlichen Intelligenz – lehrt Computer aus Daten und Erfahrung zu lernen und Aufgaben immer besser auszuführen. Ausgefeilte Algorithmen können in unstrukturierten Datensätzen wie Bildern, Texten oder gesprochener Sprache Muster erkennen und anhand dieser Entscheidungen selbstständig treffen. Sie erlaubt schnellere Entscheidungen auf einer besseren Datenbasis, erhöht die Anpassungsfähigkeit von Unternehmen auf Marktver­änderungen durch Echtzeitinformationen sowie Vorhersagen jenseits menschlicher Fähigkeiten. KI schafft für Unternehmen also weit mehr als Effizienz – sie ist ein Schlüssel zu erhöhter Wettbewerbsfähigkeit. Laut einer IDC-Umfrage sind 94 Prozent der Unternehmen davon bereits überzeugt, dass KI/ML ein wesentlicher Innovationstreiber ist.

Durch Berge an Daten gilt es aber natürlich, die richtigen Daten und deren kontextrelevante Muster zu erkennen. Gerade CFOs benötigen für ihre Arbeit eine einheitliche, vertrauenswürdige Datenbasis sowie agile, flexible, kostengünstige Prozesse. In vielen unserer SAP-Lösungen sind Machine-Learning und Predictive Analytics bereits integriert und stellen unseren Kunden die Innovationen zur Verfügung, die sie zur Umsetzung eines intelligenten Unternehmens benötigen. Intelligente Dienste heben so Finanzplanung und -analyse auf ein neues Level.

Auf der Prozessebene lassen sich durch den Einsatz von Machine-Learning-Technologien sowohl einzelne Schritte als auch ganze Prozessketten automatisieren. In diesem Sinne hat Döhler – ein Anbieter von natürlichen Zusatzstoffen für die Lebensmittelindustrie – die Rechnungseingangs­prüfung mithilfe der SAP Cash Application komplett digitalisiert.

Bei Villeroy & Boch zum Beispiel werden durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz E-Mail-Anhänge automatisch klassifiziert und weiterverarbeitet. Das System erkennt, ob es sich dabei um eine Rechnung, einen Lieferschein oder um AGBs handelt. Entsprechend dieser Klassifizierung wird das Dokument anschließend an den richtigen Bot oder einen Mitarbeiter weitergeleitet.

Im ersten Fall extrahiert die Maschine die zentralen Informationen aus dem Dokument und sorgt für ihre Weiterverarbeitung – zum Beispiel indem sie diese in das SAP-System eingibt. Das Beispiel zeigt, wie sich solche Prozesse einfach mittels SAP-Intelligent-Robotic-Process Automation komplett digitalisieren lassen.

CFOaktuell: Eine persönliche Frage zum Schluss: Als Frau an der Spitze eines IT-Konzerns; das gibt es nicht so oft. Welche Qualifikationen unterscheiden Frauen als Führungskraft von Männern und wie profitieren Unternehmen wie SAP davon?

Christina Wilfinger: Ich glaube, dass unsere Branche in einer Vorreiterrolle ist, zumindest in Österreich. Aber auch international sind zahlreiche IT-Unternehmen unter weiblicher Führung, da sehe ich uns auch als Vorreiter für viele unserer Kunden. Ich glaube, ganz generell stellt sich die Frage nicht mehr, ob man das Potenzial von weiblichen Führungskräften liegen lassen kann. Niemand kann heute auf gut ausgebildete, engagierte Mitarbeiterinnen verzichten oder gar deren Potenzial vernachlässigen.

Bei SAP setzen wir uns schon seit Jahren für die aktive Förderung von weiblichen Führungskräften ein – bereits heute erfüllt der SAP-Vorstand die Frauenquote für Vorstände: am 1. Januar 2021 zog Sabine Bendiek in den SAP-Vorstand ein. Seit März verstärkt Julia White als CMO unseren Vorstand. Mit diesen Neubesetzungen wird SAP zu den fünf führenden DAX-Unternehmen gehören, was die Geschlechtervielfalt im Vorstand angeht. Wir haben bei der SAP Österreich jetzt schon einen Frauen­anteil von knapp 50 Prozent im Management, im Unternehmen sind es 36 Prozent.

Als globaler Konzern bemühen wir uns um Geschlechterparität bei der Rekrutierung von Nachwuchskräften. Für die Zukunft streben wir eine steigende Anzahl von Führungskräften mit unterschiedlicher Herkunft an (geographisch, ethnisch etc).

Ich bin mir sicher, dass eine gute Durchmischung der Teams eindeutig besseren Output, mehr Kreativität und Innovationsgeist bringt!


Der Beitrag erschien zunächst in CFOaktuell (Heft 2/2021). Mehr Infos unter: www.cfoaktuell.at

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