Controllingprozess – Business Partnering

Ziel der betriebswirtschaftlichen Beratung und Führung durch Controller sind die bereichsübergreifende Koordination und die Rationalitätssicherung von Entscheidungen innerhalb des Management-Prozesses der Zielfindung, Planung und Steuerung. Dabei soll das betriebswirtschaftliche Denken und Handeln in allen Führungsebenen verankert werden. Durch den steigenden Bedarf nach einer permanenten Weiterentwicklung des Unternehmens sind Controller zunehmend als betriebswirtschaftliche Berater bei der Initiierung und Durchführung von Veränderungsprozessen gefragt. Durch ihre Analysen verfolgen funktionsspezifische Controller das Ziel, bestehenden Anpassungsbedarf in etablierten Prozessen gezielt zu identifizieren und die Umsetzung des Veränderungsprojektes betriebswirtschaftlich zu begleiten.


Controller sorgen als Dienstleister mit Ordnungsfunktion dafür, dass die Controlling-Hauptprozesse im Unternehmen zur Anwendung kommen, und gestalten diese im Rahmen der Zielfindung, Planung und Steuerung. Sie unterstützen das Management mit zweckmäßigen Instrumenten und entscheidungsrelevanten Informationen, zeigen die betriebswirtschaftlichen Auswirkungen von Handlungsalternativen auf und schaffen dabei bereichsübergreifend Transparenz bezüglich Strategie, Ergebnis, Finanzen und Prozessen. Damit stehen sie dem Management als „Sparringspartner“ bzw. „kaufmännisches Gewissen“ zur Seite. Die in Abb. 16 aufgeführten Teilprozesse sind beispielhaft zu verstehen.

Abb. 16: Gestaltung des Hauptprozesses Business Partnering (Beispiel).

Abb. 16: Gestaltung des Hauptprozesses Business Partnering (Beispiel).

Zielgerichtete Beratung

Neben dem Einsatz von Fach- und Methodenkompetenz ist für zielgerichtete Beratung ebenfalls ein hohes Maß an Geschäftskompetenz, also bspw. der Kenntnis von Zusammenhängen und Abläufen in den operativen Bereichen, des Marktes und der Produkte, erforderlich. Um ganzheitliche Zusammenhänge zu erfassen und für Managemententscheidungen transparent zu machen, ist die Überbrückung von Abteilungs- und Hierarchieschnittstellen notwendig.

Anforderungen an Controllerkompetenzen

Zur erfolgreichen Umsetzung der zielgerichteten Beratung benötigen Controller neben den fachlichen Kompetenzen nicht nur soziale, sondern auch Aktivitäts- und Umsetzungskompetenzen. Hinsichtlich der sozialen Kompetenzen sollten Controller als Management-Partner zum einen über eine hohe Sprachgewandtheit und Kommunikationsfähigkeit verfügen. Darüber hinaus sind die Beratungs- und Konfliktlösungskompetenzen von hoher Bedeutung. Vor dem Hintergrund der Initiierung und Begleitung von Veränderungsprozessen ist für den Erfolg von Controllern in diesem Hauptprozess ein ausgeprägter Gestaltungswille und die Fähigkeit Impulse zu geben entscheidend.

Sparringspartner und kaufmännisches Gewissen

Durch die Beratung werden die Manager des Unternehmens beim Führen unterstützt. Gleichsam aber hat der Controller selbst eine Führungsrolle inne. Durch die Wahrnehmung einer Ordnungsfunktion legt der Controller bspw. fest, dass und wie geplant wird. Betriebswirtschaftliche Beratung und Führung finden in sämtlichen Prozessen des Controlling-Prozessmodells Anwendung. Controller verankern durch interne Kommunikation, beispielgebendes Verhalten und Schulungen, das betriebswirtschaftliche Denken und Handeln in allen Führungsebenen. Sie stehen dem Manager als „Sparringspartner“ zur Diskussion und als „kaufmännisches Gewissen“ bei Entscheidungen zur Seite. Die Ausgestaltung der Teilprozesse der betriebswirtschaftlichen Beratung und Führung erfolgt unternehmensspezifisch in den Hauptprozessen.

Strategische Berater

Eine spezielle Form der betriebswirtschaftlichen Beratung bezieht sich zunehmend auf Veränderungsprozesse und -projekte im Unternehmen. Hierbei können Controller nicht nur zur Entscheidungsunterstützung während des Veränderungsprozesses eingesetzt werden, sondern auch bei der Identifikation von Veränderungsbedarfen mitwirken. Dabei ist ihr Anwendungsgebiet keineswegs auf operative Themenstellungen wie die Prozessoptimierung beschränkt. Stattdessen muss der Controller als betriebswirtschaftlicher Berater ebenso auf der strategischen Ebene des Unternehmens fungieren. Controller verfügen aufgrund der simultanen Ausübung ihrer Planungs-, Kontroll- und Koordinationsfunktion einen umfassenden Überblick über die Gesamtentwicklung des Unternehmens und sollten daraus nicht nur operative, sondern auch strategische Steuerungsimpulse ableiten. Anstelle von vergangenheitsbezogenen Ursachenanalysen werden Controller ihrem künftigen Beratungsauftrag stärker durch die Bereitstellung von zukunftsbezogenen Analysen gerecht. Inhaltlich rücken dabei strategische Fragestellungen nach der zukünftigen Profitabilität und Adaptionsmöglichkeiten des Geschäftsmodells in den Mittelpunkt.


Tipp: Empfehlungen für einen erfolgreichen Business-Partnering-Prozess

  • Eignen Sie sich gute Kenntnisse des Geschäftsmodells, der Geschäftsprozesse, der Produkte, Märkte, Wettbewerber und Kunden an.
  • Machen Sie sich mit den Zielen, Prozessen und Rahmenbedingungen der Fachbereiche vertraut.
  • Geben Sie den Fachbereichen Orientierung bezüglich der Unternehmensziele, der ganzheitlichen Unternehmenssicht und der Zusammenhänge von Teilzielen.
  • Erläutern Sie Controllinginstrumente und -methoden und wenden Sie diese fachbereichsspezifisch an.
  • Bringen Sie sich proaktiv ins Tagesgeschäft, in Projekte und in Unternehmens- und Organisationsentwicklung ein.
  • Stellen Sie sicher, für jeden Bereich einen Controller als Ansprechpartner/Verantwortlichen zu haben.
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