LEGO® SERIOUS PLAY® – Spielerisch das Recruiting von Top-Talenten innovieren

Wie die Methode LEGO® SERIOUS PLAY® spielerisch das Recruiting von Top-Talenten unterstützen kann, lesen Sie in diesem Artikel.


Viele Unternehmen stehen aktuell vor der gleichen Herausforderung und fragen sich: Wie finden wir die passenden Talente am Arbeitsmarkt, wie begeistern wir diese und wie schaffen wir eine langfristige Bindung an das Unternehmen? Zugegeben, hierbei handelt es sich durchaus um verschiedene Aufgabenstellungen. Für den nachhaltigen Erfolg müssen Unternehmen alle drei beherrschen. Wir beschreiben im Folgenden ein Fallbeispiel, bei dem ein neuer, kreativer Weg gewählt wurde, um zunächst zwei Ziele zu erreichen: erstens viele passende Bewerber zu erreichen und zweitens einen großen Pool an geeigneten Talenten für den weiteren Auswahlprozess zur Verfügung zu haben.

Der Arbeitsmarkt befindet sich in einer besonderen Situation: Wir sehen einen zunehmenden Switch vom Arbeitgeber- zum Arbeitnehmermarkt. Unser Kunde wollte daher auch eine neue Herangehensweise. Nach Evaluierung unterschiedlicher Methoden ist die Wahl auf LEGO® SERIOUS PLAY® gefallen. Welche Gründe sprachen dafür:

  • Das Unternehmen hat unterschiedliche Unternehmensbereiche, die mehr oder weniger unterschiedliche Ansprüche an und Angebote für den Arbeitsmarkt haben. LEGO® SERIOUS PLAY® unterstützt die crossfunktionale Perspektive und Zusammenarbeit von Teilnehmern mit unterschiedlichem Background und Hierarchiestufen.
  • Weiters sollte für die Ideengenerierung ein möglichst weiter Raum geschaffen werden. Die Teilnehmer sollten aus ihren altbekannten Denkmustern ausbrechen können, um frische Ideen und Lösungen zu generieren. LEGO® SERIOUS PLAY® holt die Workshop-Teilnehmer schon beim Anblick und der Haptik der LEGO®-Steine aus dem beruflichen Alltag heraus. Basierend auf verschiedenen Wirkungsweisen der Methode (wie »Denken mit den Händen« – damit sind auch immer beide Gehirnhälften an der Erarbeitung von Lösungen besonders aktiviert) wird unbewusstes Wissen der Teilnehmer gestaltbar gemacht: Spielen als ureigenste Methode von Kindern zur Ideenfindung und Umsetzung für Erwachsene!

Gemeinsam mit einem erfahrenen und zertifizierten LEGO® SERIOUS PLAY® Facilitator wurde ein Workshop-Konzept erarbeitet, um folgende Fragen zu beantworten:

  • Wie sieht die von uns gewünschte Zielgruppe von Bewerbern aus?
  • Was erwarten sich diese Zielgruppen von einem attraktiven Arbeitgeber?
  • Was bieten wir unseren Zielgruppen derzeit (Inhalte und Arbeitsbedingungen)?
  • Welche Inhalte und Arbeitsbedingungen müssen wir unseren Zielgruppen künftig bieten, um attraktiv zu bleiben?
  • Welche Hindernisse sind zu überwinden, um das erarbeitete Zielbild zu erreichen?

Der LEGO® SERIOUS PLAY® Workshop war für einen kompakten Halbtag konzipiert. Teilnehmer waren Mitarbeiter der betreffenden Unternehmensbereiche und aus den Recruiting-Teams der HR-Abteilung. Insgesamt arbeiteten sechs Teilnehmer am Workshop mit. In der ersten Stunde geht es um das obligate »Skills Building«. Dabei werden alle Workshopteilnehmer in die Methode eingeführt und mit den wesentlichen Konzepten (Bauen mit LEGO®-Steinen, Metaphern und Story-Telling) sowie dem LEGO® SERIOUS PLAY® Prozess »Challenge – Build – Share – Discuss« vertraut gemacht.

Die weiteren drei Stunden werden dann für die gemeinsame Erarbeitung von Lösungen zu den gewählten Fragestellungen genützt. LEGO® SERIOUS PLAY® umfasst insgesamt sieben spezielle Techniken. Im Kundenworkshop wurden drei davon angewendet: Individuelles Bauen von Modellen, Shared Model Building und Landscaping.

Wesentlich für einen erfolgreichen Workshop ist die geeignete Formulierung der Arbeitsfragen, auch »Challenges« genannt. Die Fragen sollten prägnant formuliert sein und die Teilnehmer emotional ansprechen. Je persönlicher die Teilnehmer in die Problemlösung involviert sind, desto intensiver werden die Beiträge und Diskussionen – und umso besser wird das Ergebnis.

Wirkungsweise

Der Workshop an sich wird sehr unmittelbar und intensiv erlebt. Durch die Erarbeitung von Lösungen als »3D-Prints« abstrakter Gedanken entsteht ein sehr hohes Maß an gemeinsamem Verständnis und Commitment für die Resultate. Die Ergebnisse eines LEGO® SERIOUS PLAY® Workshops haben deswegen auch eine sehr hohe Persistenz unter den Teilnehmern.

Überdies ist auch für Nicht-Teilnehmer das Ergebnis verständlich und gut nachvollziehbar – und zwar durch ein Foto- und Videoprotokoll. Wenn erwünscht, können auch die Modelle erhalten bleiben, um Ergebnisse bzw. Zielbilder über längere Zeit für alle Beteiligten und Interessierten präsent zu halten.

In unserem Fallbeispiel wurden die Ergebnisse für den Kunden mittels eines Foto- und Videoprotokolls festgehalten. Die wesentlichen Prozessschritte und Erkenntnisse wurden zusätzlich schriftlich dokumentiert, wie z.B. Definitionen der Zielgruppen und Ausgestaltung ihrer Bedürfnisse sowie das künftige Angebot bzgl. Inhalte und Arbeitsbedingungen. Damit war sowohl für die betreffenden Unternehmensbereiche als auch für die Recruiting-Teams eine optimale Grundlage zur weiteren Ausgestaltung der Maßnahmen geschaffen.

Die Teilnehmer hatten bis dahin noch keine Erfahrungen mit LEGO® SERIOUS PLAY® gemacht. In der Feedback-Runde waren sich alle einig, dass durch Einsatz dieser Methode neue Ideen entwickelt und eine innovative, gemeinsame Lösung erarbeitet werden konnte – trotz recht unterschiedlicher Anforderungen und Perspektiven der Teilnehmer. Das Fazit in der Nachbearbeitungsphase: Die Ergebnisse des Workshops bilden für die Recruiting-Teams eine inspirierende, sehr konkrete Basis, um ihre Bewerberprozesse quantitativ wie auch qualitativ für die verschiedenen Unternehmensbereiche weiterzuentwickeln und zu verbessern.

Methoden-Box

LEGO® SERIOUS PLAY® als Methode ist im Wesentlichen ein moderierter Workshop sowie ein Kommunikations- und Problemlösungsprozess, der die Teilnehmer anhand gezielter Fragen immer tiefer in ein Thema führt. Teilnehmer bauen im Zuge des Prozesses eigene 3D-Modelle aus LEGO® Bausteinen als Antwort auf die Fragen des Moderators (»Challenge«), wobei die LEGO® Bausteine speziell zusammengestellten Baustein-Sets entnommen werden. Die 3D-Modelle dienen in weiterer Folge als Grundlage für Gruppendiskussionen, Wissenstransfer, Problemlösung und Entscheidungsfindung. LEGO® SERIOUS PLAY® verbessert als Technik speziell in der Gruppe die Problemlösungsmöglichkeiten im Vergleich zu herkömmlichen Methoden. Der Einsatz von audiovisuellen sowie bewegungsempfindlichen Fertigkeiten verhilft allen Teilnehmern dazu, zuzuhören und dabei unmittelbar vom anderen zu lernen. Alle Beteiligten haben dabei gleichberechtigt eine Stimme. Die Methode fördert eine gemeinsame Sprache, unabhängig von Kultur oder Position. Der Einsatz eines speziell geschulten Moderators (LEGO® SERIOUS PLAY® Facilitator) dient dem professionellen Ablauf und ist notwendig.

LEGO® SERIOUS PLAY® kann auch als moderierter Denk- und Lösungsfindungsprozess in Teams definiert werden, im Rahmen dessen LEGO® Modelle als Antwort auf gezielte Fragen des Facilitators gebaut werden. Die Methode wird für unterschiedliche Anliegen verwendet: Problemlösung, Strategieentwicklung, Feedback, Ideation, Produktentwicklung, Beziehungsaufbau, Zielsetzung, Debriefing und Performance Reviews. Die 3D-Modelle vereinfachen das Verständnis und bringen damit alle Teilnehmer auf die gleiche Ebene. Die gemeinsam entwickelten Ergebnisse motivieren zu einer praktischen Umsetzung.


Tipp:

Kontaktieren Sie Clemens Nachbauer unter clemens.nachbauer@controller-institut.at.

Der Artikel ist zuerst im Magazin Training Heft 7/2022 erschienen. Infos unter: magazintraining.com

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