Prepared for Uncertainty: 50. Congress der Controller setzte Impulse für Performance, Wettbewerbsfähigkeit und KI

Mit dem 50. Congress der Controller hat der Internationale Controller Verein (ICV) am 27. und 28. April 2026 in München mit mehr als 500 Teilnehmenden ein starkes Zeichen für die Zukunft des Controllings gesetzt. Unter dem Leitthema „Prepared for Uncertainty“ stand das Jubiläum ganz im Zeichen von Strategien und Lösungsbeispielen für eine Welt, die von geopolitischen Spannungen, regulatorischer Dynamik, Nachhaltigkeitsanforderungen und technologischen Umbrüchen geprägt ist.


Rund um die drei Themenfelder „KI-Umsetzung im Controlling“, „Krisenfrüherkennung und Umgang mit Unsicherheiten“ sowie „Finance & Controlling als Performance-Treiber“ bot die diesjährige Tagung ein dichtes Programm aus Keynotes, Praxisberichten und vertiefenden Themenzentren. Die Veranstaltung im CongressCenter des Hotels The Westin Grand München unterstrich einmal mehr den Anspruch des ICV, Controlling Excellence als Kompass in disruptiven Zeiten zu positionieren.

STRATEGISCHE ORIENTIERUNG IN VOLATILEN ZEITEN

Bereits die Auftaktvorträge machten deutlich, wie sehr sich die Rolle von CFOs und Controllern wandelt. Uta Anders (Krones AG) beleuchtete die Kapitalmarktkommunikation in Zeiten von Unsicherheit und zeigte auf, wie Transparenz und Konsistenz Vertrauen schaffen. Dirk Baukmann (DHL Group) stellte das „21st Century CFO Model“ vor und erläuterte dessen Verzahnung mit operativem Geschäft und Reporting-Anforderungen. Jan Zimpelmann (Dr. Beckmann Group) gab in seinem Beitrag „AI & Machine Learning im Controlling“ praxisnahe Einblicke zu ersten Anwendungsversuchen im produzierenden Mittelstand und wie Machine Learning schrittweise Mehrwert schafft.

Im Vortrag von Lisa Perkhofer (MCI Innsbruck) erfuhren die Teilnehmenden, wie spezialisierte GenAI‑Coaches Controller:innen dabei unterstützen können, Wissenslücken im Reporting und in der Analyse gezielt zu schließen. Anhand der Beispiele ReportLens und DS‑Coach wurde gezeigt, wie GenAI den strukturierten Umgang mit Analyseaufgaben erleichtert.

Guido Kleinhietpaß (CA controller akademie) unterstrich in seinem Vortrag, dass Finance & Controlling vor einem grundlegenden Wandel stehen: Getrieben durch Regulierung, Volatilität und den Einsatz von KI braucht es einen neuen Entscheidungsrahmen. Technologische Lösungen allein reichen dabei nicht aus. Entscheidend ist die Veränderungsfähigkeit der Organisation, die zur zentralen Kernkompetenz für eine zukunftssichere Finance‑Funktion wird.

Am Nachmittag des ersten Kongresstages konnten die Teilnehmenden dann aus Inputsessions der drei Themenbereiche wählen. Der inhaltliche Bogen spannte sich dabei von KI als Enabler – KI-gestützte Analysen von Bilanz, GuV und Cashflow mithilfe Data Agents (Ansgar Heidemann |  Windhoff Software Services GmbH) und Impulse zur (generativen) KI in der Planung entlang des Controlling-Prozessmodells 2.0 (Marina Hein | smartPM.solutions GmbH, Karsten Oehler | SAP, Steffen Wittenauer | IBM) – bis hin zu Krisenfrüherkennung (Heimo Losbichler | FH Oberösterreich Steyr), Umgang mit Unsicherheiten (Werner Gleißner |  FutureValue Group AG und Matthias von Daacke | BLANCO Group) und regulatorischen Herausforderungen (Carsten Thürnau | Bremer Stadtreinigung). Parallel dazu diskutierten Expertinnen und Experten der CA controller akademie – darunter Danny Szajnowicz, Thomas Biasi, Helene Eder, Florian Bliefert und Jens Ropers – strategische Zielbilder, Operating Models und die Controllerorganisation von morgen.

Am zweiten Kongress-Tag zeigte Andreas Aschenbrücker (TRUMPF Machine Tools) wie globale Wertschöpfungsketten als zentrales Steuerungselement genutzt werden können. Oliver Knapp (Roland Berger) analysierte unter dem Stichwort „Chinese Speed & Cost“ die Wettbewerbsdynamik mit China. Weitere Impulse kamen von Frank Ahlrichs (OPEX Training & Consulting), Michael Kappes (Horváth & Partner) sowie Simone Baade-Doerfner |(OMERGY). Den sehr unterhaltsamen Schlusspunkt setzte Markus Hengstschläger (Medizinischen Universität Wien) mit einem Plädoyer für kollektive Lösungsbegabung im digitalen Zeitalter.

Clemens Nachbauer & Matthias van Daacke

AUSZEICHNUNGEN UND AUSTAUSCH AUF AUGENHÖHE

Ein Höhepunkt waren auch dieses Jahr wieder die Verleihungen des Albrecht Deyhle Award for Controlling Excellence sowie des ICV – Péter Horváth Green Controlling Preises. Beide Auszeichnungen würdigten innovative und nachhaltige Controlling-Lösungen und unterstrichen den Anspruch, Excellence nicht nur zu diskutieren, sondern sichtbar zu machen.

Neben dem Fachprogramm bot die Tagung vielfältige Gelegenheiten zum Austausch – in den Pausen, bei der „Happy Hour“ im Ausstellerbereich und beim traditionellen Controllers’ Biergarten am ersten Abend. Der persönliche Dialog zwischen Praxis, Wissenschaft und Beratung erwies sich erneut als wesentlicher Mehrwert der Veranstaltung.

FAZIT

Der 50. Congress der Controller hat eindrucksvoll gezeigt, dass Controlling in Zeiten multipler Unsicherheiten mehr denn je Orientierungsfunktion übernimmt. KI, Transformation und Resilienz sind keine isolierten Initiativen, sondern integrale Bestandteile einer zukunftsgerichteten Steuerung.

Für Fachexpert:innen im Controlling bot der die Veranstaltung nicht nur Impulse, sondern konkrete Lösungsansätze – und damit substanzielle Anregungen, um Organisationen „prepared for uncertainty“ aufzustellen und nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.

Save the Date: 51. Congress der Controller am 26. – 27.04.2027 | München


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